Flugblatt zur autoriduzione

COMITATO CITTADINO PER L’AUTORIDUZIONE
(VIA MARIO ZINNO 17)

Kein Frieden mit den Herrschenden!
Genossen, Arbeiter und Frauen von San Giorgio,
die Bosse wollen das Proletariat ihre interne Krise zahlen lassen.
Selbst einen kargen Lohn nach Hause zu bringen, wird mit der Lohnausgleichskasse und den Entlassungen immer schwieriger, und vom Erreichen einer Lohnerhöhung spricht nicht einmal mehr die Gewerkschaft, den Bossen reicht ein Tintenstrich, um die Preise, die Steuern, die Mieten und die Rechnungen zu erhöhen.
Der Kampf für die Selbst-Reduzierung der Stromrechnungen hat in Turin als erster Schritt der Reaktion auf den Angriff der Bosse auf den Arbeiterlohn begonnen.

DIESE ANTWORT WURDE DURCH DEN WILLEN DER ARBEITER VORANGETRIEBEN, ORGANSIERT UND DER GEWERKSCHAFT AUFGEZWUNGEN.

WIR ZAHLEN DEN BOSSEN NICHTS MEHR

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Flugblatt zur Einheitsnote

Studenten,
Wieso die Einheitsnote?
Die Kapitalisten nutzen die Schule als Ballungsort der Arbeitslosigkeit.
Sie versuchen uns an der Nase herumzuführen, indem sie behaupten, dass unser zukünftiger sozialer Status vom schulischen Lernen, das von den Noten kontrolliert wird, abhängig sei.

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Wir sind schuldig Kommunisten zu sein… (Prozesserklärung)

Wir sind schuldig Kommunisten zu sein, schuldig, dass wir uns öffentlich zu unseren Ideen bekannt haben, schuldig, dass wir zur Bewegung ’77 gehören, schuldig, dass wir keinen historischen Kompromiss akzeptieren.
Wir stellen fest, dass die gegen uns geführten Ermittlungen den Charakter einer Inquisition gegen die Bewegung haben. Es handelt sich um eine juristische Ungeheuerlichkeit, die aus einer politischen Ungeheuerlichkeit hervorgegangen ist, d.h. sie entstand aus dem Versuch, “Täter” zu finden, denen man die schwere Schuld zuschreiben kann, den herrschenden sozialen Frieden in der “demokratischsten Stadt der Welt” gestört zu haben; es wurde versucht die Geschehnisse in den Augen der Volksmassen zu diskreditieren und ihren politisches Charakter, der auf die prekären materiellen Verhältnisse der marginalisierten und unterbeschäftigten Schichten aufbaute, zu einem Komplott, eingefädelt von Kräften, die mit der Stadt, ja mit der ganzen Nation nichts zu haben, zu verdrehen.

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Eine kurze historische Einordnung der autonomia

Um die hier versammelten Texte etwas einzuordnen, findet sich im Folgenden eine kurzer geschichtlicher Abriss der sozialen Kämpfen und der linksradikalen Bewegung im Italien der 70er Jahre. Natürlich kann das, was folgt, die Geschichten und Ereignisse jener Zeit nicht umfassend darstellen. Es muss sich hier auf einige Schlaglichter, die wir als wichtig betrachten, beschränkt werden. Die Auswahl dieser Schlaglichter ist dabei natürlich selbst schon geprägt von einer bestimmten politischen Perspektive. Und doch soll die folgende Darstellung die Kämpfe und Debatten jener Zeit zumindest etwas erhellen. Es steht sich gleich die Frage des Anfangs: Weil aber die hier versammelten Texte allesamt aus den 70er Jahren stammen, sollen die Jahre davor knapper dargestellt werden.
In Italien gab es nach dem 2. Weltkrieg eine starke linke, ja im Grunde kommunistische Bewegung, die eine bedeutende Minderheit darstellte.[i] Die PCI entschied sich am Ende des zweiten Weltkriegs dagegen den Widerstand gegen den Faschismus in einen Aufstand gegen den Kapitalismus ausweiten, wie von vielen kommunistischen Partisan*innen erhofft worden war. Vielmehr unterstützte man die Errichtung einer bürgerlich-demokratischen Republik: Man beschränkte sich somit auf legale Kampfformen und gab den ökonomischen Aufschwung als Ziel aus, während man die ideologisch die Arbeit und die Produktivität ins Zentrum rückte. Dies führte zunächst zu einer relativen Befriedung der Arbeiter*innen-Kämpfe. In diesem Kontext entwickelte sich ab den 60er Jahre eine dissidente Theorie-Strömung, der Operaismus. Dieser ging, kurzgefasst, von den Arbeiter*innen aus, um den Kapitalismus und dessen Entwicklung zu bestimmen. Die Fabrik ist dabei einerseits wesentlich von Kommando und Gewalt geprägt, aber anderseits auch Ort des Widerstandes und des Kampfes. Dabei wurde auf die ständig stattfindende Revolte und Subversion der Arbeiter*innen in der Fabrik ein besonderes Augenmerk gelegt.

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Broschüre: Wir wollen Alles! Und du? online veröffentlicht

Wir freuen uns die Broschüre “Wir wollen Alles” Und du?” mit (z.T. erstmals) ins Deutsche übersetzen Texten, Aufrufen und Flugblättern der autonomia hier online zu veröffentlichen.

Inhalt:
Ein paar Vorbemerkungen
Eine kurze historische Einordnung
EIN POLITISCHES EREIGNIS
Flugblatt zur Einheitsnote
Flugblatt zur autoriduzione
Frauen: Wer sind wir?
Flugblatt zum politischen Einkauf
Schwule Genossen HERAUS!
Ein Benzinkanister und auf geht’s!
Die kleine Gruppe in der Vermehrung
Selbstreduzierung – die Waffe der Arbeiter gegen die Krise
a/traverso: Ein Vorschlag
Arbeiter-Autonomie mit kleinem a
Quer durch die Repressionen
DIE JUGENDLICHEN VERWEIGERN SICH DER OPFER!
DIE REVOLUTION
Beitrag zur Diskussion in der Bewegung
DIE GEWALT IST EINE ERRUNGENSCHAFT
Zu den guten Indianer und den bösen Autonomen
Was für ein Leben wollen sich die Genossen zurückerobern?
ZUR KRITIK DER REVOLUTION, die Revolution zu machen
Ergreift bitte nicht die Macht!
Der Körper ist das Megafon der Subversion
Wir sind schuldig Kommunisten zu sein… (Prozesserklärung)

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